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Wir konzentrieren  uns verstärkt auf die Ausbildung von Waisenkindern in höheren Schulstufen. Um diesen begabten Kindern die Chance auf ein besseres Leben zu geben, fördern wir gezielt Kinder, die eine minimale Notenanforderung erfüllen und welche auch wirklich weiterkommen möchten. Die High School und später das College sind teuer, weshalb wir diese Selektion machen müssen.
Bericht 2018

Gespannt und mit grossen Erwartungen traten wir Ende August die Reise zum diesjährigen Besuch in Kashikishi  an. Ein Ziel unserer Reise war es, einen Film über die Zusammenarbeit des Basler Fördervereins für medizinische Zusammenarbeit (BFV) mit den Partnern des St. Pauls’ Hospital und weiteren Projekten des BFVs in Kashikishi zu realisieren.
Wir wurden begleitet vom jungen Filmer Marcel Sokoll und Lucius Schweizer, der ihn assistierte. Wir freuen uns, am 8. Mai 2019 diesen Film im Rahmen eines Anlasses im “Neuen Kino” Basel zeigen zu dürfen. Die Zusammenarbeit dauert nun schon 25 Jahre. Zur Feier dieses Jubiläums, reiste eine grössere Gruppe aus Basel an. Es führen verschiedene Wege nach Kashikishi, ins ländliche Gebiet im Norden Zambias. Unsere Gruppe, mit Marcel Sokoll und Lucius Schweizer (Filmteam), mit dem Medizinstudenten Markus Dieterle, mit dem jungen Zambier Willmoty Masumbuko (von ihm werden wir noch berichten), mit der Apothekerin Katrin Appenzeller und mit Béatrice Dolder (Projektverantwortliche für das Waisen-Schul-Projekt) traf sich von verschiedenen Flügen herkommend in Johannesburg, resp. Lusaka. Von Lusaka, der Haupstadt von Zambia aus fuhren wir in 15 langen Stunden mit dem Bus Richtung Norden, um den “Panhandle” der Demokratischen Republik Kongo herum über Mansa bis Kashikishi. Es war wieder dunkel als wir die bereits  aus Basel schon Angereisten Andi Nidecker (Projektleiter Kashikishi, Schulung Ultraschall und Radiologie) und Irma Laukkanen (Schulung Radiologie), Bruno Campana und Herbert Albrecht (Erweiterung der Solaranlage) sowie die Medizinstudentinnen Chiara und Marieke im ”Swiss House“, unserer Unterkunft in Kashikishi trafen.
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Zum Filmprojekt 
Der junge Filmer Marcel Sokoll aus Basel  realisierte eine Filmreportage über die Zusammenarbeit des Basler Fördervereins für medizinische Zusammenarbeit mit den Partnern des St. Pauls’ Hospital und den damit verbundenenen Projekten. Mit der Unterstützung von Lucius Schweizer, der Marcel assisstierte, verpassten sie keine Gelegenheit gute Szenen, interessante Interviews oder dort normale Alltagssituationen festzuhalten. Am Ende ihrer Reise hatten sie Filmmaterial für über 6 Stunden zusammengetragen. Daraus wird nun ein halbstündiger Kurzfilm geschnitten, welcher am 8. Mai 2019 im „Neuen Kino Basel“ vorgeführt wird.
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Die Geschichte von Willmoty Masumbuko
Wir hatten den 18-jährigen Willmoty im Februar 2017 im Zusammenhang mit dem Waisen-Schul-Projekt bei einem Besuch der “Mutono Secondary School” in Kashikishi kennengelernt (s. Bericht 2017). Willmoty ist uns aufgefallen, weil er viel kleiner war als seine gleichaltrigen Kollegen. Er konnte zum Sprechen kaum seinen Mund öffnen. Nahrung konnte er nur durch einen kleinen Spalt zwischen den Zähnen in flüssiger Form aufnehmen. Deshalb blieb er über all die Jahre unterernährt.
Uns war klar, dass wir diesem Jungen, einem von uns unterstützten Waisenkind, helfen wollten. Die Bilder einer Computertomographie Untersuchung, die im Spital von Mansa, der nächst grösseren Stadt, 2017 auf unsere Initiative hin, durchgeführt wurden, konnten später in Basel analysiert werden. Sie ergaben, dass Willmoty seit Geburt kein ausgebildetes rechtes Kiefergelenk hatte und ihm durch eine komplizierte Operation sehr geholfen werden könnte. Mit grossem Einsatz und “Goodwill” von vielen beteiligten Personen wurde Willmoty im März 2018 in der Kieferchirurgie Zürich erfolgreich operiert. Nach der Operation erholte er sich mehrheitlich in Basel, wo er eine ihm völlig neue Welt kennen lernte. Er erhielt  Logopädiebehandlungen und lernte feste Nahrung essen, was ihm immer mehr Spass machte, er lernte sprechen, so dass man ihn nun gut verstand.  Seine Lebensqualität verbesserte sich zusehends.  Er schloss viele Freundschaften, lernte Fahrrad und Kickboard fahren, berührte zum ersten Mal Schnee und reiste mit Bekannten in andere Gebiete Europas. Der Abschied von der Schweiz und seinen Freunden und Bekannten fiel ihm sehr schwer, als er am 30. August 2018 mit uns ins Flugzeug stieg. Aber er freute sich natürlich auch, seine Familie und Freunde in Afrika wieder zu sehen. Auch in Kashikishi blieben wir mit Willmoty verbunden. Er besuchte uns im “Swiss House” und wir besuchten ihn bei seiner Familie, mit der wir seine Rückkehr feierten. Willmoty lebt als Halbwaise in einer grossen kinderreichen Familie zusammen mit seinem Vater, dessen zweiter Frau, seinen Stiefgeschwistern und Cousins. Solche “extended Families” sind üblich in Zambia und bringen viele Familien in existenzielle Not. Willmotys Mutter ist gestorben als er sechs Jahre alt war. Sein Vater hatte wieder geheiratet und hat mit dieser Frau weitere Kinder. Es ist für seinen Vater sehr schwierig für die Schulgelder sämtlicher Kinder aufzukommen. Deshalb wird Willmoty seit der 8. Klasse durch unser Waisen-Schul-Projekt unterstützt und ist ein Beispiel für die meisten von uns unterstützten Waisenkindern (Orphans and Vulnerable Children, OVCs).
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Das Waisen-Schul-Projekt
Im Waisen-Schul-Projekt (Orphans and Vulnerable Children, OVCs) werden zur Zeit 85 Schüler und Schülerinnen, welche eine der 27 Sekundarschulen (Klasse 8-12) in der Umgebung von Kashikishi besuchen, unterstützt. Jacob Chanda ist der lokale  Koordinator des Waisen-Schul-Projekts. Mit ihm arbeiten wir eng zusammen. Bei unseren Besuchen überprüfen wir gemeinsam die Buchhaltung und besprechen die Budgets für die kommenden “Terms”. Ende 2018 haben 20 Studentinnen und Studenten die Sekundarschulstufe abgeschlossen. Von ihnen konnte Fridah von der “Mabel Shaw Girls Secondary School” in die “St. Pauls’ School of Nursing” aufgenommen werden, wo sie im Januar 2019 mit der Ausbildung zur Krankenpflegerin beginnen wird. Fridah wird weiterhin durch das Projekt unterstützt. Darauf sind wir sehr stolz. Wir hoffen, dass wir weiterhin 85 Jugendlichen die Schulgelder für die Sekundarschulausbildung bezahlen können. Da auch in Zambia die Kosten für Schulgelder, Schulmaterial und Uniformen laufend steigen, wird dies eine grosse Herausforderung werden. Dies ist nur mit Hilfe von grosszügigen Spenden möglich. 2019 werden zudem 16 Studentinnen und Studenten die Studiengebühren an Colleges aus dem Projekt heraus finanziert werden. 12 Studentinnen resp. Studenten werden eine Pflegeberufsausbildung, vier eine als Lehrer/Lehrerin machen. Weiter haben wir Eunice, die ambitionierte  Mitarbeiterin im Jugendzentrum “Bumi Bwesu” für eine höhere Ausbildung an der ”Rockview University” im Osten Zambias in unser Projekt aufgenommen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung  wird sie im “Bumi Bwesu” Jugendzentrum in Kashikishi in der Familienplanung arbeiten.
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Bumi Bwesu
Wir hatten die Möglichkeit zusammen mit dem Filmteam das  “Bumi Bwesu” Jugendzentrum zu besuchen und kennenzulernen. Dieses wird von Jody Staehelin des Basler Fördervereins für medizinische Zusammenarbeit zusammen mit einem lokalen Beratungsteam  von 5 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen betrieben. Es werden Beratungen in den Bereichen häusliche Gewalt, Familienplanung, HIV Prävention etc. durchgeführt.
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Nchelenge Secondary School
Kurz vor unserer Abreise aus Kashikishi hatten wir noch die “Nchelenge Secondary School” besucht, eine staatliche Tages- und Internatsschule. Auch diese Schule hat die Schulgebühren erhöht mit dem Argument, dass sie zusätzlich Sportunterricht anbieten möchten. An dieser Schule gehen 19 durch das Waisen-Schul-Projekt unterstützte Jugendlichen zur Schule. Im letzten Jahr hatten 11 der unterstützten Schüler mit dem 12. Schuljahr ihre Schulausbildung mit einem Test abgeschlossen. Bei einem Gespräch mit der Schulleiterin Frau Chituma wollten wir erfahren, wer von diesen Schulabgängern den geforderten Notendurchnitt für eine Aufnahme in ein College erreichte. Zu unserer Enttäuschung hatte keiner und keine der Schulabgänger den verlangten Notendurchschnitt erreicht. Zwei können jedoch einzelne Prüfungen wiederholen und so möglicherweise den Eintritt an ein College schaffen. Ein Rundgang durch die Schule zeigt, dass die Bedinungen um gut zu lernen schwierig sind: Mangels Lehrer sind die Klassen überfüllt (zwischen 70-100 Schülerinnen pro Klasse!), die Infrastruktur ist schlecht. Wir waren,  wie schon in den letzten Jahren, sehr schockiert über den Zustand der Schlafräume, sowie den sanitären Anlagen. Jacob Chanda hat uns bestätigt, dass die staatlichen Schulen gegenüber der Privatschulen und Missionsschulen viel schlechter geführt und Lehrer immer wieder abwesend seien. Diese Staatsschulen erheben jedoch tiefere Schulgebühren als privat Geführte.
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Uns ist es wichtig, dass wir möglichst vielen Kindern die Schule ermöglichen können, damit sie das nötigste Allgemeinwissen erhalten, Lesen und Schreiben lernen und sich in Englisch ausdrücken können. Das können wir nur mit der grosszügigen finanziellen Unterstützung der Sponsorinnen und Sponsoren erreichen.

Im Namen des Basler Fördervereins bedanke wir uns bei allen Spenderinnen und Spendern, speziell beim Rotary Club Augst-Raurica, der unsere Studentinnen und Studenten in den höheren Ausbildung unterstützt, sowie der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und vielen privaten Spenderinnen und Spendern. Ein spezieller Dank geht auch all jene, die sich für das Projekt Willmoty eingesetzt hatten. Dies wurde nicht aus dem Fond des Waisen-Schul-Projekt finanziert, sondern durch private Spenden, Gratisleistungen und viel persönlichen Engagements ermöglicht.

Béatrice Dolder
Katrin Appenzeller                Dezember 2018
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Bericht 2017                                                                                    

Kashikishi, Zambia                                                    November 2017

Das Waisen-Schul-Projekt (OVC Support, Orphans and vulnerable Children)

Das Jahr 2017 geht in riesigen Schritten dem Ende zu. Es ist Ende November. Im südlichen Afrika hat die beginnende Regenzeit die Landschaft wieder in einen saftig grünen Mantel gehüllt. Riesige Cumulus Wolken türmen sich zum Himmel. Die Äste der mächtigen Mangobäume sind schwer von den reifen, goldgelben Früchten. Hinter ihnen zeigt sich in der Abendstimmung der leuchtend blaue Mwerusee, ein Zeichen, dass wir nach einer langen Reise bald Kashikishi erreicht haben. Es ist der zweite kurze Besuch, den ich in diesem Jahr Kashikishi und dem St. Pauls’ Spital mit einem kleinen Team von Vertretern des Basler Fördervereins für medizinische Zusammenarbeit abstatte. Der erste Besuch machten wir bereits im Februar 2017.
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Das Jahr 2017 war kein einfaches Jahr. Es war überschattet vom tragischen
Unfalltod  im Dezember 2016 unseres Freundes und Hauptverantwortlichen des Kashiki-Projekts,  Thomas Renz.
 
Das grösste Ziel unserer Besuche war, den Partnern in Zambia wieder Hoffnung zu machen, dass wir die Zusammenarbeit im gleichen Sinne weiterführen wollen und die Aufgaben unter den Verantwortlichen im Basler Förderverein für medizinische Zusammenarbeit, neu verteilen werden.
Andreas Nidecker hat die Projektleitung Kashikishi übernommen und ich, Béatrice Dolder, die Verantwortung für das Waisen-Schul-Projekt. In den letzten Monaten habe ich mir mit Hilfe von Jacob Chanda, dem lokalen Koordinator des Projekts, eine gute Übersicht verschaffen können. Ich habe im Rahmen unseres Aufenthalts einige von uns unterstützten jugendlichen Waisen und Halbwaisen sowohl an den Schulen, als auch an der St. Pauls’ School of Nursing (College) besucht.
 
Wir sind sehr stolz darauf, dass wir dank grosszügigen Spenden unserer Sponsoren 87Schüler und Schülerinnen an den Sekundarschulen (“Junior Secondary School” Klasse 8 - 9,  “Senior Secondary School” Klasse 10 – 12) und 11 Studenten und Studentinnen an den Colleges unterstützen können.
 
Für die Schulgebühren zahlen wir pro Kind umgerechnet ca. SFR 20 bis 150 pro Trimester, also ca. SFR 60 bis 450 pro Jahr. Die Gebühren unterscheiden sich von Schule zu Schule. Die Internatsschulen haben höhere Kosten. Von Jahr zu Jahr werden die Gebühren an gewissen Schulen teurer.
Das Einzugsgebiet von Kashikishi ist sehr gross. Aus diesem Grund sind die von uns unterstützten Jugendlichen in 27 verschiedenen Schulen untergebracht. Bei unseren Kurzaufenthalten ist es deshalb nicht möglich, alle Schulen zu besuchen. Sie liegen z.T. zu weit auseinander.
 
Im November, zum Zeitpunkt unseres Besuches waren viele Jugendliche am Prüfungen schreiben. Um nach der “Junior Secondary School “, d.h. nach der 9. Klasse in die “Senior Secondary School” 10. Klasse einzutreten, braucht es einen minimalen Notendurschnitt. Am Ende der Schulzeit, Ende 12. Klasse, wird auch eine Abschlussprüfung verlangt. Der Notendurchnitt ist wichtig für einen späteren Eintritt in ein College. In diesem Jahr konnten 20 von uns unterstützten Schüler und Schülerinnen die Schule abschliessen.
Wir hoffen natürlich, dass wir sie weiter an einem College unterstützen können, damit sie nachher auf einem von ihnen erträumten Beruf arbeiten können.
 
Jacob Chanda führte uns in seinem Auto in einige, näher gelegene Schulen.
Wir besuchten die “Nchelenge Secondary School”, eine Tagesschule und Internatsschule, wo 25 von unseren Zöglingen zur Schule gehen.
Für die 11. und 12. Klasse ziehen viele das Wohnen in der Schule vor, um dann konzentrierter arbeiten zu können. Es war ruhig an der Schule, Prüfungszeit! Viele waren am Schreiben ihrer Examen oder warteten auf die Resultate. Wir wurden in das Büro der Schulleiterin Frau Chituma eingeladen. Sie hat Ende November diese Stelle an der “Nchelenge Secondary School” übernommen. Vorher war sie Stellvertreterin des Schulleiters an einer Schule in Mansa. Ihre Kinder leben immer noch in Mansa bei ihrer Schwester und ihr Mann ist Lehrer in Lusaka.
Als einzigen Schüler trafen wir Stephen Chipulu. Er wird im 2018 das letzte Schuljahr antreten und träumt davon, Pilot, Arzt oder Krankenpfleger zu werden.
Von einer von uns unterstützten jungen Frau mussten wir erfahren, dass sie auf Mutterschaftsurlaub ist. Es kommt immer wieder vor, dass Mädchen sehr jung Mutter werden. Wir hoffen fest, dass sie danach weiter zur Schule gehen kann.

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An der “Nnchelenge Secondary School” (Februar 2017)
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An der “Nnchelenge Secondary School” (Februar 2017)
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Stephen Chipulu, 11. Klasse, “Nchelenge Secondary School, November 2017
Von der“Ray of Joy Primary School” hatte ich schon viel gehört. Diesmal hatten wir die Möglichkeit, diese Schule kennenzulernen. Sie wurde von Schweizer Ärzten für Waisenkinder gegründet und unterstützt. Die Schule hat nur 8 Klassenzimmer. Sieben Lehrer unterrichten 1200 Kinder von der 1. bis zur 9. Klasse. Pro Klasse hat es 40 bis 70 Kinder. Sie gehen entweder am Morgen oder am Nachmittag zur Schule. Hier lernten wir Abigirl Kalende und Mushota Kelvin, beide in der 8. Klasse, kennen.
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Abigirl Kalende und Mushota Kelvin, “Ray of Joy Primary School”, 8. Klasse
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Abigirl und Mushota in ihrer Klasse an der “Ray of Joy Primary School”
Auch in der “Mutono Secondary School”, die ich nun schon zum 3. Mal besuchte und ich schon einige durch unser Projekt untersützte Jugendliche kenne, war es ruhig auf dem “Pausenhof”. Gerne hätte ich die aufgeweckte Clara Mukobe getroffen oder den schon dreissigjährigen David Mwandu. Clara hatte ihre Prüfungen bereits geschrieben und wartete auf die Resultate.
David war es lange nicht möglich, zur Schule zu gehen, weil seine Eltern starben. Erst durch das Waisen-Schul-Projekt kann er die Schulbank drücken. An dieser Schule lernten wir auch Wilmot kennen. Ein schlauer Junge, der auffällt, weil er sehr viel kleiner ist, als seine Kollegen. Der Grund ist eine Fehlentwicklung des Kiefergelenkes, die es ihm über Jahre unmöglich machte, richtig zu essen. Diesem Jungen möchten wir weiter helfen und planen eine Kiefer-Operation bei Spezialisten in der Schweiz (s.“Ein Kiefer für Wilmot”).
An der Mutono Schule zahlen wir 13 Schülern und Schülerinnen die Schulgebühren. Der Schulleiter Mwansa Tarsisias ist auch im Board des St. Pauls’ Spital und Chorleiter des Kirchenchors.
 
Auf unserer etwas speziellen Schulreise führte uns Jacob Chanda zur “Mweru Secondary School”, wo der Schulleiter Herr Mulengajc uns eine kleine Führung machte. Nachdem wir einige Klassenzimmer gesehen hatten, wo unterrichtet wurde, entdeckten wir unter einem grossen Baum im Aussengelände ein paar Schüler der 8. Und 9. Klasse beim Zeichnen. Wir beschenkten sie mit unseren mitgebrachten Farbstiften aus der Schweiz.

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An der “Mutono Secondary School” (Februar 2017)
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In der Mitte: David Mwandu (11. Klasse), Wilmot Masumbuko (10. Klasse) und
Clara Mukobe (12.Klasse)
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Zeichenunterricht an der “Mweru Secondary School” (November 2017)
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Zeichenunterricht an der “Mweru Secondary School” (November 2017)
Wie bereits erwähnt,  haben dieses Jahr 20 Schülerinnen und Schüler die Schule abgeschlossen. Bei einigen von ihnen besteht der Wunsch, eine höhere Ausbildung abzuschliessen, also ein College zu besuchen.
Wie nachhaltig unsere Unterstützung für eine höhere Ausbildung sein kann, wollen wir mit dem Besuch bei Doreen Chilambwe an der “Mabel Shaw Girls Secondary School” zeigen.
Es war ein heisser Nachmittag, wir waren mit Jacob Chanda im Auto unterwegs. Die Fahrt dauerte eine gute Stunde. Wir waren fasziniert von den unterschiedlichsten Wolkenformationen am Himmel. Bald wird es wieder regnen.

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Unterwegs zur “Mabel Shaw Girls Secondary School”
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Doreen Chilambwe mit Schulleiterin Moreblessing Ng'onomo an der“Mabel Shaw Girls Secondary School”
(September 2016)
Doreen ist das beste Beispiel für eine erfolgreiche Ausbildung. Sie ist seit 2014 Lehrerin an dieser Schule und unterrichtet Wirtschaft. Seit der 10. Klasse bis zur höheren Ausbildung als Lehrerin wurde sie durch das Waisen-Schulprojekt unterstützt
(s. Bericht 2016).
 Doreen würde sehr gerne noch den “Degree for Commercial Subjects” erlangen. Dafür aber reicht ihr im Moment das Geld nicht, das sie verdient, weil sie es für ihre Familie benötigt, für die sie sehr viel Verantwortung trägt. Doreen möchte für viele Jugendliche, die wie sie früh die Eltern verloren haben, ein gutes Beispiel sein. Davon können bestimmt Reginah Kabinda (8. Klasse), Dyness Nachalwe (10. Klasse) und  Joan Sunga. M (11. Klasse) profitieren, 3 von 4 Mädchen, die wir an dieser Schule unterstützen und die wir dort kennen lernen durften. Ihre Pläne Medizin zu studieren, Zahnärztin oder Englischlehrerin zu werden, zeigen ihre Motivation.

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Reginah Kabinda (8. Klasse), Dyness Nachalwe (10. Klasse) und  Joan Sunga. M(11. Klasse) an der “Mabel Shaw Girls Secondary School” (November 2017)
Beliebt für eine höhere Ausbildung ist die St. Pauls’ School of Nursing. Es wird eine zweijährige Ausbildung und eine dreijährige Ausbildung (Registred Nurse mit Diploma) angeboten. Dies verlangt auch gut ausgebildete Lehrer (Tutoren).
Emmanuel Chisala ist Instruktor an der “School of Nursing” und hat mit unserer Unterstützung für höhere Ausbildungen am UNZAS Ridgeway Campus den “Bachelor of Nursing Science” abgeschlossen. Er wird an der “St. Pauls’ School of Nursing” weiter unterrichten und möchte noch zusätzlich den “Master of Public Health” abschliessen (18 Monate).
Weiter durfte ich Emmanuel Kalifungwa, Barbara Bwale, Ernest Chalwe und Felix Chanda C,  alle Absolventen an der St. Pauls’ Krankenpflegerinnen und Krankenpflegerschule treffen.

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Emmanuel Chisala, Tutor und IT Verantwortlicher an der “St. Pauls’ School of Nursing” (November 2017)

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Emmanuel Kalifunga, Barbara Bwale, Ernest Chalwe und Felix Chanda C an der“St. Pauls’ School of Nursing” (November 2017)

Leider war es mir nicht möglich, weitere Studenten und Studentinnen an anderen Colleges zu besuchen, weil diese zu weit weg waren.
Wer lernen darf, weiss, was für eine Chance das ist!
Dank den grosszügigen Beiträgen unserer Sponsoren werden wir im Jahr 2018 weiter 87 Schülerinnen und Schüler an den Sekundarschulen unterstützen können und wollen 15 Studentinnen und Studenten in die Liste für höhere Ausbildungen  (Colleges) aufnehmen. Die Jahresgebühren an den Colleges erstrecken sich von SFR 260 bis 1600. Wir hoffen, auch Handwerker, wie Schreiner- und Elektrikerausbildungen, zu ermöglichen. 
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Budgetliste für die höheren Ausbildungen (Colleges) (Dezember 2017) Die Preisangaben sind in Zambischen Kwachas

Im Namen des Basler Fördervereins bedanke ich mich bei allen Spendern,
speziell beim Rotary Club Augst-Raurica und der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und vielen privaten Spendern.

Béatrice Dolder                                                                     Dezember 2017

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Diese Kinder möchten weiter in der Schule bleiben. Bitte helfen Sie mit